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Aus dem Tagebuch von Junior, dem Igel-Bub!
An einem kalten November Abend tappte ich immer noch im Park herum. Es war kalt und heute hatte ich nicht viel zum Essen gefunden. Sogar die Regenwürmer versteckten sich vor dieser Kälte und diesem Nebel, der langsam zwischen meine Stacheln kroch. Erschöpft machte ich halt und dämmerte vor mich hin. Ich weiß gar nicht wie lange ich da gesessen war, aber es war mir schon mächtig kalt. Ich hatte leider im Sommer zu wenig zu genommen, ich weiß nicht warum; ich hatte mich immer so toll gefühlt, die Welt war so aufregend gewesen. Vielleicht hätte ich mehr auf Futtersuche gehen sollen. Einiges ging mir durch den Kopf, wie ich so da saß. Mich fror es immer mehr, und ich fühlte mich so müde und schwer. Plötzlich hörte ich Schritte, ich wollte schon weg, aber es ging nicht. Ich war zu erschöpft. Da hörte ich eine freundliche Stimme, die sagte: „ Ein Igel, ach er ist total erschöpft. Du bist zu klein für den langen Winterschlaf. Ich werde dich mitnehmen, Mama weiß sicher was wir für dich tun können!“ So nahm sie ihren Schal, um sich vor meinen Stacheln zu schützen. Ich habe mich natürlich zusammengerollt und mit meinen Stachel demonstriert, dass ich schon ein großer Mann bin und auf mich alleine aufpassen kann. Naja, eigentlich war ich froh, als der Schal mich wärmte, und in der Nähe meiner Retterin war. Langsam entspannte ich mich immer mehr und steckte meine Nase aus meinem Stachelknäuel.
Da war ich schon bei ihr zu Hause. Ihre Mama war sehr nett, hatte eine weiche Stimme, die von Tierarzt redete. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich nicht was ein Tierarzt war, so hörte ich gespannt zu und entrollte mich. Meine Retterin, sie hieß Patricia, gab mich in einen Karton, und es wurde dunkel, es schaukelte. Dann hörte ich mehrere Stimmen. Und als meine Behausung geöffnete wurde, strahlte mir grelles Licht entgegen. Panik stieg in mir hoch, und ich rollte mich schnell zusammen. Ich wurde herausgenommen, es wurde mir sanft über meine Stacheln gestreichelt und ich hörte freundliche Stimmen. Somit beschloss ich, doch nachzuschauen. Ich entrollte mich, die Hand ließ mich auf den Tisch gleiten, und da saß ich. Auf dem Tisch ging ich etwas herum und schnupperte die fremden Gerüche. Ich wurde dann abgewogen. Ich hatte nur 350 Gramm, das war zu wenig für einen Winterschlaf. Die Tierärztinnen Daniela und Bernadette untersuchten mich noch weiter, ich bekam sogar eine Spritze. Dann wurde ich eingesprüht, das gefiel mir weniger, aber es hieß,
ich sollte meine Mitbewohner verlieren. Naja, die waren eh so lästig und es juckte mich immerzu. Danach kam ich wieder zurück in meine Schachtel und ich wurde wieder in Patricias Haus zurückgebracht. In einem Meerschweinchenkäfig bekam ich ein neues Zuhause. Ja, es gefiel mir sehr gut!
Ich versteckte mich und schlief ein. Am nächsten Tag stieg mir der Geruch von Essen in meine Nase. Das war kein Traum! Ich steckte meine Nase aus meinem Unterschlupf, da sah ich auf einem Teller richtige Köstlichkeiten. Ich machte mich gleich ans Frühstück, danach inspizierte ich jeden Zentimeter von meinem neuen Heim. Als ich müde wurde, es war so wohlig war um mich, das Bäuchlein voll, zog ich mich in mein Häuschen zurück und schlief ein. Das waren meine ersten Stunden nach meiner Rettung vor dem Winter und in meinem neuen zu Hause. Danke Patricia, dass du mich gefunden und gerettet hast!



Der Igel

